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Bericht über meine Reise nach Birma und Kambodscha im Dezember 2008 und Januar 2009
Am 28. November wollten das neue Vereinsmitglied Simone Seisl und ich das Flugzeug nach Birma via Bangkok besteigen.
Aber leider waren gerade die politischen Auseinandersetzungen in Bangkok in der heißen Phase und der
internationale Flughafen war besetzt. Es ging keine Maschine mehr rein oder raus. Wir versuchten alles, um über alle
möglichen Wege nach Rangun zu kommen, aber leider erfolglos. Singapore und Kuala Lumpur waren komplett ausgebucht,
also warteten wir hoffnungsvoll und bekamen jeden Tag einen neuen Flugplan. Simone konnte am 6. Dez., ich am 7. Dez.
starten. Ich erreichte Rangun am nächsten Morgen - aber ohne Gepäck, verlor also noch einen weiteren Tag.
Endlich kam ich am 9. Dez. in Kalaw an, wo mich Simone und das RDS-Team schon erwarteten und wir konnten endlich mit
unserer Arbeit beginnen.
Dank eines Charityverkaufs innerhalb von Adidas für die birmesischen Kinder, organisiert von Simone, waren wir
Kyat-Millionäre (1 $ = ca. 1.200 Kyat). Damit konnten wir Kindern besonders armer Familien aus den Bergdörfern
mit Lebensmitteln, warmer Kleidung, warmen Decken usw. helfen. Seit Mitte November herrschte eine strenge Kältewelle
in den Bergen, so dass warme Kleidung und Decken sehr wichtig waren. Wir baten das Team von RDS (Rural Development Society) ärmste Familien aus den Bergdörfern auszuwählen und die Soforthilfe zu organisieren. In der Zwischenzeit
besuchten wir die Projekte vom letzten Jahr.
In Shwe Min Bone wurden wir freudig begrüßt. Es ging den Bewohnern sehr viel besser als beim letzten Mal.
Und das Dorf bekam endlich ein richtiges Schulhaus. Der Rohbau war schon fertig. Das Schulhaus wurde von der UNDP
(United Nation Development Programm) finanziert, also nicht von der Regierung, wie mir letztes Jahr gesagt wurde.
Ende Mai wurde es eingeweiht und im Juni begann dort das neue Schuljahr.
In Shaw Taw war noch Vorschulbetrieb; die Schule soll erst im Juni 09 als Grundschule offiziell in Betrieb gehen. Aber
alle waren froh, dass die Lehrerin sowohl die Vorschulkinder als auch die Schulkinder nach dem offiziellen Unterricht
unterrichtet.
Im winzigen Dorf Da Pin Gone wurden uns zwei Familien vorgestellt, die unter größter Armut litten. Durch die
Häuser pfiff der eiskalte Bergwind (morgens waren oft die Pfützen gefroren), beide Familien hatten nicht mal
Schlafmatten, geschweige denn warme Decken. Alle Kinder waren verschnupft und husteten. Wir beauftragten Mot Tay für
die beiden Familien ein durchzugfreies Haus bauen zu lassen. Er betreibt zusammen mit seiner Frau ein kleines, sehr
einfaches Ausflugslokal oberhalb des Dorfes, den sog. View Point (Geheimtipp! man kann dort auch übernachten). Wir
baten die Familien uns am nächsten Markttag in Kalaw zu treffen. Dort gingen wir mit ihnen erst mal
frühstücken; dann klärten wir im RDS-Büro, was sie am notwendigsten brauchen. Anschließend
begleiteten wir sie noch ein wenig auf der big-shopping-tour. So glücklich haben diese Gesichter lange nicht mehr
ausgesehen! Der kleine Sohn von Familie bekam noch eine ärztliche Behandlung wegen seiner entzündeten Augen.
Beim nächsten Besuch waren die Augen bereits gesund.
Im Internat von RDS fanden wir 20 fröhliche, hochzufriedene und -motivierte Kinder/Jugendliche vor. Und was war das
für eine Freude, als Simone ihre Adidas-Trainingsanzüge auspackte und verteilte! Meine etwas zögerlich
ausgegebenen Luftballons fanden auch bei den älteren Jugendlichen unerwartet großen Anklang und so hatten wir
einen sehr schönen und fröhlichen Abend mit den Kindern aus den Bergen und den Angestellten von RDS.
Wir übergaben RDS das Geld, das sie für die Kinder und Jugendlichen bis zum Schuljahresende (Mai 09)
benötigen (30 $/Mt./Kind). Im April d. J. fand RDS noch neun weitere Kinder, die die weiterführende Schule
in Kalaw besuchen wollten. Ein deutscher Freund des Leiters von RDS reiste im Mai zu dem Projekt und überbrachte das
Geld für den Unterhalt der 29 Kinder - von Juni 09 bis Februar 10. Aus Sicherheitsgründen muss das Geld direkt
übergeben werden.
Für die Kinder und Jugendlichen im Internat suche ich dringend Paten. Bis jetzt haben 9 Kinder Paten gefunden, 20
Kinder freuen sich noch auf Paten. Die Patenkinder sind ganz begeistert davon, dass sie zu ihren eigenen Eltern noch
Eltern im fernen Deutschland haben. Ein Briefkontakt ist zwar etwas schwierig, aber von den Kindern sehr gewünscht
und ein Besuch der Paten bei den Kindern wäre die Krönung!
Am 27.12. flog ich zurück nach Bangkok und am nächsten Tag weiter nach Siem Reap. Natürlich musste ich
sofort ins Kinderdorf. Dort habe ich alle überrascht, da keiner wusste, wann ich genau ankomme. Leider fand ich
alles etwas vernachlässigt vor. Auch das Essen hatte bei weitem nicht mehr den Standard, den wir letztes Jahr
eingeführt hatten. Bei LHA stieß ich erst mal auf taube Ohren, aber nach einer E-Mail mit einem bebilderten
Mängelbericht von mir wurde Direktor Somnieng dann doch hellhörig. Zusammen mit Luke, dem australischen
Volontär, der bei LHA als Programm-Manager eingesetzt war, ging ich im Kinderdorf alle Mängel (inkl.
Ernährung) durch. Er versprach mir für Abhilfe zu sorgen.
Die Kinder freuten sich über die Briefe und Geschenke der Paten. Jedes Kind bekam ein Geschenk. Am liebsten wollten
alle modische Kleidung haben. Daher haben die Volontärin und ich viele schweißtreibende Stunden am Markt
zugebracht. Aber die Freude der Kinder und Jugendlichen hat uns für alles entschädigt. Wir konnten auch eine
große Party feiern, mit Musik und Tanz und Spielen für Groß und Klein.
Nach dem Bericht der Volontärin wurden die Mängel im Februar/Mräz beseitigt. Ganz wichtig ist, dass die
Ernährung der Kinder wesentlich verbessert wurde. Zurück in Deutschland nahm ich Kontakt zum Vorsitzenden des
advisery-boards, Prof. Peter J. Hammer, in USA auf. Er zeigte sich sehr offen für meine Sorgen - vor allem die
Ernährung der Kinder. Wir tauschen uns nun regelmäßige aus und achten gemeinsam auf das Wohlergehen
der Kinder.
Für die outdoor-Familien fand ich einen neuen, sehr engagierten Verwalter. Es ging allen soweit gut. Allerdings war
das Haus von Frau Sem Lem in einem äußerst desolatem Zustand. Nach Rücksprache mit der Patenfamilie von
Tochter Linda in Berlin konnte ich Frau Sem Lem die freudige Botschaft überbringen, dass die Patenfamilie die Kosten
für ein neues Haus übernimmt. Jetzt wohnt die Familie äußerst glücklich und zufrieden in einem
soliden Holzhaus, das sicher die nächsten 20 Jahre halten wird. Vielen Dank nach Berlin!
Familie Em hatte ihr Haus letztes Jahr über einer Senke errichtet. Dieser war voll mit Wasser, was ein großes
Gesundheitsrisiko darstellte. Die Familie aus München, die letztes Jahr das Haus für Fam. Em gespendet hatte,
übernahm die Kosten für das Auffüllen der Senke, den Bau einer Toilette und für neue, höhere
Stelzen. Nun steht das Haus sicher und so hoch, dass sich die ganze Familie bequem unter dem Haus bewegen kann und auch
ihren Besuch bequem dort empfangen kann. Vielen Dank nach München!
Im Angkorpark wurde mir ein Grundstück zu einem günstigen Preis angeboten. Wir konnten 800 m² für
5.000 $ kaufen. Darauf ist Platz für vier (neue) Familien. Die erste wurde mir im Januar vorgestellt: eine
neunköpfige Familie, die unter allerärmsten Bedingungen hauste. Herr Chek ist unterschenkelamputiert
(Minenunfall), die Frau verdient als Wäscherin 7,50 $/Mt., die älteste Tochter (16) ist durch einen Herzfehler
sehr behindert und konnte deshalb auch keine Schule besuchen. Von den restlichen sechs Kindern gehen drei in die Schule,
die anderen sind noch zu jung. Wir versorgten die Familie mit dem Nötigsten: Geld für Nahrungsmittel, Kleidung,
Decken, Moskitonetz usw. Zurück in Deutschland fand sich schnell eine liebe Patenfamilie, die gleich die ganze
Familie Chek "adoptierte". Auf dem neuen Grundstück wurde ein Haus errichtet, in dem die Familie jetzt lebt. Alles
schien so glücklich zu verlaufen, doch leider wurde vor kurzem bei Herrn Chek Lungenkrebs festgestellt. Durch seine
starke Unterernährung ist er zudem geschwächt. Nun liegt er die nächsten Monate im Krankenhaus. Aber unser
Verwalter kümmert sich liebevoll um ihn und seine Familie. Die Patenfamilie lebt zwar körperlich weit weg, ist
aber geistig täglich bei Familie Chek und steht in engem Kontakt mit dem Verwalter. Herr Chek bekommt alles, dass es
ihm möglichst schnell viel besser geht.
Ich danke allen Paten und Spendern ganz herzlich für Ihre laufende Unterstützung und hoffe, dass unsere Arbeit
auch in wirtschaftlich schweren Zeiten - die in Kambodscha und Birma bereits schlimme Auswirkungen zeigen - weiterhin
erfolgreich verläuft. Für nähere Auskünfte können Sie mich jederzeit kontaktieren.
Mit den besten Grüßen
Monika Proksch